Neujahr in Riben – ein Online-Larp mit gather.town

Veröffentlicht von Betty am

Neujahr in Riben - ein Online-Larp mit gather.town

GASTBEITRAG: Dieser Beitrag wurde nicht von Larpgefluester selbst geschrieben sondern von einem Gastautor.
Dieser Beitrag ist zur Verfügung gestellt worden von: Nicole Goci

Nicole ist Orga der Riben-Asia-Larp-Reihe und generell sehr viel im Asia-Larp unterwegs. Larpgefluester.de bedankt sich für das Schreiben dieses Gastbeitrages.

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Was ist Riben?

Riben ist ein Fantasy-Asia-Setting, welches einerseits inspiriert ist von dem Karten– und Rollenspiel „Legend of the five Rings“ und andererseits einige historische Elemente aus Japan, China und Korea zur Vorlage hat.
Das Setting entstand aus der Liebe und dem Interesse für das historische Japan, China und Korea, transportiert diese Vorlagen jedoch in ein Fantasy-Umfeld um mehr Raum für kreative Freiheit zu lassen.

2018 fand das erste Chamber LARP in diesem Setting als Einladungsspiel statt und seit 2019 gibt es jährlich im Januar „Neujahr in Riben“ und im Herbst „Erntedank in Riben“. Diese Chamber LARP Reihe hat das Ziel Asia-LARP für Neugierige greifbar und in einem unverbindlicheren Rahmen austestbar zu machen.
2020 war auch für die Riben-Orga ein hartes Jahr. Das erste große Spiel musste abgesagt werden und auch das dritte „Erntedank in Riben“ konnte nicht stattfinden.

Riben goes online – Die Vorbereitungen

So leicht habe ich mich jedoch nicht entmutigen lassen. Am 11.12.2020 hatte ich den Mut gefasst und bin an meine Spielerschaft herangetreten mit der Frage ob wir ein online-Spiel vagen möchten und die Antwort lautete: JA!
Also begann die Suche nach Möglichkeiten „Neujahr in Riben“ online stattfinden zu lassen.

Meine Anforderungen:

  • asiatsiches Flair auch über die Plattform transportieren
  • andere Belauschen können
  • keine Registrierung der Teilnehmenden notwendig
  • Kosten günstig

Discord war die erste Idee, ich musste jedoch schnell einsehen, dass Discord auch schwächen hat. Das Belauschen anderer würde wegfallen und das Ambiente hinge zu 100% an den Kostümen und den Hintergründen der Teilnehmenden.
Spatial war ein weiterer Vorschlag, wurde jedoch als „zu Abstrakt“ beiseitegelegt, ebenso wie viele andere Plattformen.

Ins Finale kamen Gather, Bash und Topia.

Topia erfüllt die meisten der Anforderungen, doch für ein stimmiges Asia-Flair wäre es notwendig gewesen eine kunstreibende Person für entsprechende Bilder zu beauftragen. Kosten die ich vorerst vermeiden wollte. Und die Avatare sind sehr abstrakt gehalten. Es wirkt elegant und schlicht, aber es wäre mehr Vorlaufzeit notwendig gewesen und mit höheren Kosten verbunden gewesen.

Bash hat einen Retro-Look und wirkt sehr charmant vom Stil, leider wäre hier jedoch eine Anpassung für das Asia-Flair recht kostspielig geworden. Gleichzeitig ist die Plattform für Parties ausgelegt und verfügt über einige Party-Spiele. Eine Stärke die man nicht unterschätzen sollte. Ich bin noch im Kontakt mit dem Team, mal sehen was die Zukunft bringt.

Und damit wären wir beim Gewinner angekommen:
Gather

Ähnlich wie Bash hat die Plattform einen Retro-Hauch und erinnert grafisch an Videospiele der GameBoy Advance Generation oder jene, welche mit RPG Maker erschaffen wurden.
Großer Vorteil gegenüber Bash und Topia: Anpassungen der Umgebung können kostenfrei selbst vorgenommen werden. Leider sind die Avatare nur eingeschränkt anpassbar, aber diesen Abstrich war ich bereit hinzunehmen.

Die Entscheidung fiel also auf Gather und die Arbeit der Raumgestaltung hatte begonnen. Da der Fokus von Gather auf Büros und Messe-Umgebungen liegt, war natürlich wenig vorhanden, was für mein Setting passend war. Ich kaufte also einige Grafik-Packages für RPG Maker und machte mich daran die Karte mit Photoshop CS2 zu gestalten. 

 

Der Hintergrund, also Boden und Wände, wurden in in Photoshop angeordnet, Einrichtung so vorbereitet, dass ich sie im Mapmaker von Gather hochladen und platzieren konnte.
Gegenstände wurden unpassierbar gemacht. Dokumente wie „Riben no Zappo“ – eine IT-Zeitung – wurden bei einigen Objekten hinterlegt, so dass die Teilnehmenden darauf zugreifen können, ohne aus Gather raus zu müssen. Insgesamt wurden drei Räume gestaltet, der Empfangsraum, der Hauptraum und ein Raum für eine Teezeremonie.

Parallel dazu wurden die Charaktere erarbeitet, die Zeitung geschrieben, der Knigge angepasst und natürlich auch eine Anleitung für den Einstieg verfasst.

Tests vorab haben gezeigt, dass eine Nutzung von Gather auch mobil möglich, aber nicht empfehlenswert ist. Via Smartphone und Tablet sind einige Funktionen nicht verfügbar und es befindet sich auch noch in der open Beta.

Insgesamt war es sehr sportlich von mir zwischen dem 12.12.2020 und dem 08.01.2021 dass alles aus dem Boden zu stampfen und auch nur möglich, da ich keine anderen Verpflichtungen zu dem Zeitpunkt hatte. Ohne die Recherchen vorab, wären die vier Wochen wohl locker ausreichend gewesen, aber so war es dann doch ein wenig stressig und ich konnte nicht alles ausreichend vorab testen. Ich empfehle also jeder anderen Orga mehr Zeit für Tests einzuplanen.
Für den ersten Test hatte ich mich dazu entschieden die kostenlose Version zu nutzen

Riben is online – Das Spiel

Anfangs gab es bei einigen Teilnehmenden Probleme mit der Video-Qualität. Ich vermute die Ursache dafür war, dass einfach 14 Personen sehr nah beieinander waren und die Qualität der Übertragung darunter litt. Es kann jedoch auch andere Ursachen gehabt haben.

Auch gab es bei einigen Teilnehmenden Tonprobleme. Einige waren nur sehr leise hörbar, in Gather gibt es jedoch leider keine Möglichkeit Teilnehmende individuell lauter oder leiser zu stellen.
Wir hatten uns mit der Phrase „Die Musik war gerade etwas zu laut“ damit geholfen, andere darum zu bitten, das gesagte zu wiederholen.
Apropos Musik. Leider hat es nicht so gut geklappt Musik zu streamen. Die von mir gefundene Funktion hätte Werbung abgespielt und mein Work-Around hat leider nicht funktioniert. Hiermit werde ich mich in nächster Zeit noch einmal befassen.

Die Avatare der Teilnehmenden wanderten zwischen den Tischen umher. Es wurde die Zeitung gelesen, Sudoku gespielt und über mysteriöse Texte gerätselt, welche im Verlauf des Spiels plötzlich erschienen.
Eine Teezeremonie wurde abgehalten um zwischendurch wieder ein wenig zur Ruhe zu kommen und für weitere Rätsel Energie zu sammeln.

Der Textchat ermöglichte kurze Absprachen im Geheimen mit bestimmten Personen. Eine weitere nützliche Funktion, ebenso wie der Screenshare um lokale Bilder oder ähnliches zu teilen.

Dem Feedback entnehme ich, dass abgesehen von den Startschwierigkeiten und dem Musik-Problem, die Plattform insgesamt jedoch gut ankam.

Riben was online – Das Fazit

Gather ist einfach anpassbar und deckt dadurch viele Settings ab mit dem einzigen Manko, dass die Avatare nicht angeglichen werden können.

Viele Funktionen sind selbsterklärend, doch gibt es auch viele Tutorials auf der Seite bzw auf Youtube.
Für meine Zwecke war diesmal die kostenfreie Version ausreichend. Möchte man jedoch wirklich eine Stadt oder ein Dorf simulieren, empfehle ich eher zu den kostenpflichtigen Varianten zu greifen.

Das Thema Hintergrundmusik im Raum muss ich mir definitiv noch einmal genauer anschauen und ausgiebiger Testen. Hierfür habe ich auch schon einige Ideen.

Ich kann gather durchaus empfehlen und bin zufrieden mit der Plattform.
Auch das Experiment „Asia-LARP online“ werte ich für mich als gelungen und in Zukunft werden weitere Spiele folgen.

Teilnehmermeinungen

gute Idee sich auf der Plattform im Raum bewegen zu können um so räumliche Nähe und Ferne simulieren zu können. Jedoch sind die Funktionen der Plattform noch recht eingeschränkt; u.a. die Möglichkeit die Lautstärke der anderen Teilnehmer einzeln zu regulieren; ein Manko – welches aber auf jeder Online Plattform bestehen bleibt – ist aber, dass der Spiel-/Redefluss deutlich eingeschränkt ist sobald mehr als 2 Personen sich in einer Konferenz befinden (eh klar, es kann immer nur einer sprechen, sonst wird es undeutlich). Gute Erfahrung mit Videokonferenzen hatte ich bisher auf Discord, natürlich geht dann dieses ‚Belauschen‘ und der virtuelle Raum verloren

Gute Idee, schöne Umsetzung, natürlich Luft nach oben, aber insgesamt gut.

„Ich fände es großartig, wenn es immer wieder so kurze Onlineveranstaltungen mit Rätseln gibt zusätzlich zu den Live Tavernen.

Ich habe mich auf Anhieb wohlgefühlt und bin jetzt richtig angekommen.

TLDR: Abgesehen von einigen kleinen Mängeln wurde die Plattform von den Teilnehmern sehr gut angenommen und sie hatten ihren Spaß


1 Kommentar

Wie ich meine innere Serienmörderin kennen- und lieben lernte – Ein Erfahrungsbericht zum STAY@Home – Online-Larp – | Larpgeflüster · 2021-03-23 um 09:27

[…] bot eine Online-Variante der geplanten Veranstaltung innerhalb der Plattform „Gather.town“ (Hier findet ihr einen vorangegangenen Artikel zu Larps mit dieser Software. Anm. d. Red.) an. Nominell […]

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